Branchenbericht

Nachfrage

Welt: leichte Erholung in Europa, höhere Zuwächse überwiegend in Schwellenländern
Die Nachfrage nach Produkten aus Kunststoff steigt in der Welt seit Jahren an. Die Branche profitiert zum einen von dem originären weltwirtschaftlichen Wachstum. Zum anderen wirkt die wachsende Akzeptanz von Kunststoff als Werkstoff und die zunehmenden Anwendungsmöglichkeiten für verschiedenste Güter im Zuge des wirtschaftlichen Entwicklungsprozesses in den Ländern positiv auf die Nachfrage. Nicht zuletzt begünstigen strukturelle Entwicklungen wie der zunehmende Einsatz von Verbundwerkstoffen (s. Langfristige Trends) Produktion und Absatz, besonders in den asiatischen Emerging Markets. So wird trotz zurückgehender wirtschaftlicher Zuwachsraten in China die Dynamik der Branche in Asien in den nächsten 10 Jahren mit durchschnittlich 10% pro Jahr wesentlich höher sein als in Europa (3%), Süd- und Nordamerika (2%; 2%).

Deutschland: Auftragseingänge aus Europa bleiben Schwachpunkt
Die Hersteller von Kunststoffwaren sind wie alle Angehörigen einer Zuliefer- branche abhängig von der Auftragslage ihrer Abnehmer, die im Fall der Kunststoffverarbeitung nahezu das gesamte Verarbeitende Gewerbe umfasst. Darunter bilden Baugewerbe, Verpackende Industrie sowie Straßenfahrzeugbau Schwerpunkte. Somit kann die Entwicklung dort als Ansatzpunkt für die Kunst- stoffverarbeitung herangezogen werden. Nach Abschluss der Erholungsphase Anfang 2011 haben sich die Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe aus dem In- und Ausland zunächst weitgehend im Gleichklang bewegt. Ende des Jahres 2011 war die Parallelentwicklung der Order vorüber. Während die Nachfrage aus den Ländern der Euro-Zone wie die aus dem Inland weiter rückläufig war bzw. stagnierte, verlief sie in den außereuropäischen Ländern hingegen zunächst dynamischer. Anzeichen einer konjunkturellen Eintrübung zeigten sich allerdings auch in diesen Ländern seit Mitte 2014, wenn auch bei weitem nicht so stark wie innerhalb der Euro-Zone.

Vor dem Hintergrund eines Auslandsumsatzanteils von lediglich 37% (Verarbei- tendes Gewerbe: 48%) scheinen die ausländischen Märkte für die Unternehmen der Kunststoffverarbeitenden Industrie relativ betrachtet weniger von Bedeutung zu sein. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass in Teilsegmenten wie der Herstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen die Ausrichtung auf das Ausland ausgeprägter als im Branchenschnitt ist. Darüber hinaus finden aufgrund des Zuliefercharakters der Branche zahlreiche Produkte eine Verwendung als Komponenten in Exportgütern. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang z.B. Fahrzeuge und Maschinen. Aber auch die bei der Ausfuhr von Gütern verwendeten Verpackungen können hierzu gezählt werden. Insofern sind die indirekte Verflechtung mit dem Ausland und damit auch die Abhängigkeit von der ausländischen Nachfrage weitaus höher als sich das in den eigentlichen Exporten niederschlägt. Der Schwerpunkt der direkten Ausfuhren konzentriert sich nach wie vor auf die Länder der EU, rund 70% wurden 2014 dorthin exportiert. Unter Einbeziehung der Schweiz bleiben fast drei Viertel aller Exporte innerhalb Europas.

Die konjunkturelle Entwicklung in Europa bleibt für die Unternehmen somit weiterhin maßgeblich, wobei innerhalb der EU die osteuropäischen Märkte unter anderem durch den Aufbau von Fertigungsstätten der Automobilhersteller in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Trotz indirekter Exporte der eigenen Erzeugnisse durch die Ausfuhren der Abnehmer in die Emerging Markets ist die Abhängigkeit von den Märkten in Europa deutlich. Angesichts der in diesen Ländern herrschenden konjunkturellen Schwäche gilt es für Unternehmen, die geschäftlichen Aktivitäten in den dynamischen Märkten Asiens zu verstärken. Dies ist auch deshalb notwendig, um als Zulieferer hochwertiger Produkte auf diesen Märkten präsent zu sein und zu bleiben. So zeigen die zunehmenden Importe von Kunststoffwaren aus China und Asien, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestiegen ist, wenn auch ein Großteil der Importe Deutschlands aus dieser Region (noch) aus technisch wenig anspruchsvollen Produkten besteht.

Abnehmerstruktur ist wegen Vielseitigkeit des Werkstoffes differenziert
Kunststoff ist ein vielseitiger Werkstoff, der von Produkt- und Prozessinnovationen in der Branche sowie von Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, Konsumentengewohnheiten oder Kundenanforderungen profitiert. So finden Kunststoffprodukte zunehmende Verwendung im Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie in der Medizin- und Elektrotechnik, wobei sich Weiterentwicklungen im Produktbereich in der Regel nicht auf den Einsatz von neuartigen Kunststoffarten beziehen, sondern auf die Verwendung von chemischen Zusatzstoffen oder auf die Kombination mit anderen Materialien (Verbundwerkstoffe). Gerade die Möglichkeit, diese optimal auf den jeweiligen Einsatzzweck zuzuschneiden und die damit verbundenen spezifischen Eigenschaften (z.B. Stabilität oder Gewicht) unterstützen
eine steigende Nachfrage. Auch die eigene Branche ist in Bezug auf die Weiterverarbeitung von Kunststoffprodukten ein wichtiger Kunde. Die breite Kundenbasis bzw. die Diversifikation der Produktpalette und nicht zuletzt die starke Stellung des Konsums der privaten Haushalte mildert das Konjunkturrisiko der Branche insgesamt.

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